KI-Agenten einkaufen: So prüfen Sie Anbieter
Fragebögen sammeln Versprechen. Für den Entscheid zählt, ob die gelieferte Konfiguration in Ihren Grenzen funktioniert — belegt durch Tests, nicht durch Marketing.
Zuerst: Entscheid und Daten klären
Halten Sie fest, wer betroffen ist, welche Daten einfliessen, wo verarbeitet wird, welche Werkzeuge erreichbar sind und was der Agent auslösen kann. Lassen Sie Unterauftragnehmer und Standorte deklarieren. Prüfen Sie Auslandtransfers im konkreten Fall — statt eine generelle Schweizer Datenhaltung vorauszusetzen.
Checkliste: Diese Belege verlangen Sie
Fordern Sie Nachweise zur angebotenen Konfiguration — nicht nur zur Plattform allgemein. Geschäftsverantwortung, Sicherheit, Datenschutz und Betrieb legen fest, wer welchen Punkt prüft und wo der Entscheid dokumentiert wird.
- Unterschriebener Umfang und versionierte Architektur mit Modell und Wissensquellen
- Datenfluss mit Dienstleistern, Verarbeitungsorten, Aufbewahrung und Löschung
- Werkzeugrechte-Matrix mit Kunden-Trenntests und Tests ausserhalb des Umfangs
- Freigabeprotokolle für Buchungen, Versand, Löschung oder andere folgenreiche Aktionen
- Typische Fehler, Regressionstests, Vorfallrollen und Änderungsauslöser
- Restrisiko, Notfallplan sowie Exit- oder Datenrückgabeplan
Aus einem Fehler wird eine Abnahmebedingung
Ein Beispiel: Ein Support-Agent findet den Dokumenttitel eines fremden Kunden, kann den Inhalt aber nicht öffnen. «Geringes Risiko, weil der Inhalt verborgen blieb» — das reicht nicht. Die Abnahmebedingung kann verlangen: Berechtigung schon vor der Suche prüfen, sauberer Angriffstest über Kundengrenzen, Prüfung betroffener Protokolle, Löschen zwischengespeicherter Titel — alles vor dem Pilotbetrieb.
Wer entscheidet das bei Ihnen? Die Fachverantwortung beurteilt den Nutzen im begrenzten Umfang. Sicherheit definiert die technischen Abschlusskriterien, Datenschutz die Datenfolgen, Einkauf macht die Pflicht vertraglich fest, Betrieb übernimmt Monitoring und Abschaltung. Eine externe Prüfung nimmt Ihnen diese Verantwortung nicht ab — sie macht sie leichter.
Häufige Fragen
Reicht ein Anbieterfragebogen für die Freigabe?
Nein. Er hilft beim Sammeln, aber wesentliche Aussagen brauchen Belege und Tests an der tatsächlich gelieferten Konfiguration.
Wer trägt bei uns die Verantwortung?
Eine benannte Fachverantwortung trägt Einsatz und Restrisiko. Sicherheit, Datenschutz, Einkauf und Betrieb erhalten klare Teilaufgaben.
Muss jeder Befund den Start blockieren?
Nein. Schweregrad und Ausmass zählen. Kritische Fehler bei Berechtigung, Trennung oder Freigabe blockieren; kleinere Befunde brauchen Verantwortliche und Fristen.